Eine Besichtigung des Hauses: Die Galerie und das Erdgeschoss
Das Cauchie Haus asbl
5 Rue des Francs — 1040 Brüssel
tel./fax : 32 (0)2 733 86 84
info@cauchie.be

Ein Haus für ein Künstlerehepaar

Paul Cauchie (1875 - 1952)

Portrait Paul Cauchie Mit 16 Jahren beginnt Paul Cauchie in Antwerpen sein Architekturstudium. 1893 schreibt er sich in der Académie des Beaux-Arts in Brüssel ein. Von 1893 bis 1898 studiert er Malerei (in der Klasse von Constant Montald), Sgraffitto und dekorative Malerei. Er wird mit mehreren Preisen ausgezeichnet und erhält 1899 ein Reisestipendium, das es ihm ermöglicht, sich nach Italien zu begeben.

Von 1895 an bestreitet Paul Cauchie, der gleichzeitig sein Studium weiter fortsetzt, seinen Lebensunterhalt durch die Ausübung seines Talents in verschiedenen grafischen Techniken, durch die Gestaltung von Werbezeichnungen, Plakaten, Speisekarten und Illustrationen. Er ist mehr Dekorateur als Architekt — insgesamt baut er nur vier Häuser — und spezialisiert sich auf in Architektur integrierte Sgraffitti. Schnell erwirbt er durch die Qualität seiner Arbeiten, die durch einen sehr persönlichen Stil geprägt sind, einen guten Ruf.

Caroline Voet (1875 - 1969)

Portrait Caroline Voet Caroline Voet, genannt Lina, ist ebenfalls in der Académie des Beaux-Arts in Brüssel (1893-1899) eingeschrieben. War der Zugang zur Akademie bis 1889 ausschließlich jungen Männern erlaubt, so werden die Kurse nach und nach auch jungen Frauen angeboten. Lina erzielt herausragende Ergebnisse in den dekorativen Künsten und erhält Zugang zu den höheren Kursen der Malerei. Ein erster Preis in dem Malereikurs für Damen und ein weiterer in Kunstgeschichte werden es ihr später ermöglichen, privaten Mal- und Zeichenunterricht zu erteilen.

Auch wenn die Kontakte zwischen jungen Männern und Frauen von der Direktion der Akademie in keiner Weise gefördert werden, lernen Paul und Lina sich hier kennen.

Sie heiraten 1905 und beschließen im gleichen Jahr auf der sechs Meter breiten Parzelle, die Paul im oberen Teil der Rue des Francs, ganz in der Nähe des Cinquantenaire-Parks und von den benachbarten Straßen aus gut sichtbar, erworben hat, ein Haus zu bauen. Paul Cauchie gestaltet die Fassade des Hauses wie eine riesige Werbetafel: die Fassade zieht den Blick der Vorbeigehenden an und informiert über die Fertigkeiten Cauchies. Sie soll seine Arbeit bekannt machen und anpreisen.