In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es einen regen Austausch der künstlerischen Tendenzen quer durch Europa.
Diese Strömungen wurden durch Weltausstellungen und durch Salons verbreitet. Letztere wurden in den wichtigsten Hauptstädten abgehalten. Hinzu kamen die Eröffnung von Geschäften mit japanischen Erzeugnissen, Gegenstände, die von Kolonialexpeditionen mitgebracht wurden und Veröffentlichungen über Architektur und Dekoration.
Die Art Nouveau findet ihre Wurzeln in all diesen Strömungen und Brüssel wird dank seiner geografischen Lage und dank seiner erfindungsreichen Architekten wie Horta, Hankar und Van de Velde für kurze Zeit zur Hauptstadt der Art Nouveau.
Um 1900 herrscht eine Atmosphäre, in der alle sich gegenseitig zu übertreffen suchten: sie trifft zusammen mit einer Periode der Expansion. Die Stadt breitet sich aus und zahlreiche Bürgerhäuser entstehen.
Angeregt durch Fassadenwettbewerbe, die von den kommunalen Behörden organisiert werden, rivalisieren Architekten und Dekorateure miteinander um Originalität. Sie vermischen Stile und Schmucktechniken miteinander. Die Straßen werden zu einer Abfolge von individuell gestalteten Fassaden und bilden ein wahrhaftiges für alle offenes Museum.